Die ICILS-Studie 2023 zeigt eine Lücke im deutschen Bildungssystem: 40 Prozent der Achtklässlerinnen und Achtklässler erreichen nur rudimentäre digitale Kompetenzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 30 Prozent im Jahr 2018. Länder wie Dänemark und Finnland liegen währenddessen deutlich weiter vorn. Wir ordnen ein, woran das liegt und welchen Beitrag IT-Dienstleister, Lehrkräfte und Eltern jeweils leisten können.
Das Wichtigste vorab
Digitale Nutzung ist nicht gleichbedeutend mit digitaler Kompetenz: Viele Jugendliche bedienen digitale Tools routiniert, können digitale Probleme aber nur eingeschränkt lösen oder Informationen kritisch bewerten. Ein zentraler Hebel liegt in der Entlastung der Schulen von IT-Betriebsaufgaben, die dort häufig ohne ausreichende Ausbildung oder Ausstattung landen – professioneller IT-Betrieb, gezielte Lehrkräftefortbildung und die Einbindung der Eltern greifen dabei ineinander.
Nutzung ist nicht gleich Kompetenz
Viele Jugendliche sind aktive Nutzer:innen digitaler Technologien – Social Media, Gaming und Streaming gehören zu ihrem Alltag. Zwischen dieser Nutzung und einem echten Verständnis für die Funktionsweise digitaler Systeme liegt jedoch eine deutliche Lücke. Studien zeigen, dass viele Jugendliche Schwierigkeiten haben, digitale Probleme zu lösen oder Informationen kritisch zu bewerten. Besonders betroffen sind sozial benachteiligte Gruppen, die häufig keinen Zugang zu ausreichender Förderung haben.
Zwischen Lehrplan und IT-Betrieb
Eine weitere Ursache liegt in der Überlastung der Schulen: Lehrkräfte übernehmen vielerorts zusätzlich die Betreuung der IT-Infrastruktur, obwohl sie dafür weder ausgebildet noch ausreichend ausgestattet sind. Das kostet Zeit, die eigentlich für die Vermittlung von Unterrichtsinhalten – einschließlich digitaler Bildung – fehlt.
Die Professionalisierung des IT-Betriebs an Schulen ist deshalb ein wesentlicher Hebel. Spezialisierte IT-Dienstleister können hier folgende Aufgaben übernehmen:
- Wartung und Betreuung der IT-Infrastruktur, von Servern über WLAN bis zu Endgeräten.
- Technischer Support, damit Lehrkräfte entlastet werden.
- Schulungsangebote, um digitale Tools sinnvoll in den Unterricht einzubinden.
Empfehlungen für Lehrkräfte
Lehrkräfte sind der Schlüssel zur Vermittlung digitaler Kompetenzen. Drei Ansätze helfen dabei:
- Integration in den Unterricht: Digitale Bildung sollte fächerübergreifend in den Lehrplan einfließen, von Recherchekompetenz bis zur Nutzung digitaler Tools.
- Fortbildungen nutzen: Angebote zur Weiterbildung im Bereich digitale Medien und Technologien stärker wahrnehmen.
- Teamarbeit fördern: Schüler:innen in Gruppen an digitalen Projekten arbeiten lassen, um gemeinsam Problemlösungen zu entwickeln.
Eltern als digitale Wegbegleiter
Auch Eltern prägen den Umgang ihrer Kinder mit digitalen Medien maßgeblich. Sie können:
- Kritisches Denken fördern: mit Kindern über Fake News, Datenschutz und die Auswirkungen von Social Media sprechen.
- Digitales Lernen unterstützen: Tools und Lernplattformen gemeinsam ausprobieren und den Kindern helfen, diese sinnvoll zu nutzen.
- Digitale Regeln aufstellen: klare Richtlinien für Bildschirmzeiten und Online-Aktivitäten vereinbaren, um ein gesundes Gleichgewicht zu schaffen.
Ansatzpunkte für IT-Dienstleister
IT-Dienstleister können Schulen dabei unterstützen, den digitalen Wandel zu bewältigen:
- Verlässlicher IT-Betrieb: Übernahme der laufenden IT-Verwaltung, um den Schulalltag spürbar zu entlasten.
- Praxisnahe Schulungsangebote für Lehrkräfte: etwa zu Tools für Unterrichtsorganisation, digitalen Whiteboards oder interaktiven Lernplattformen.
- Datenschutzkonforme Lösungen: etwa DSGVO-konforme Open-Source-Software, um Schülerdaten zu schützen und eine sichere digitale Lernumgebung zu schaffen.
Ein gemeinsamer Weg in die Zukunft
Digitale Bildung lässt sich nicht allein den Schulen überlassen. Es braucht ein Zusammenspiel aller Beteiligten: IT-Dienstleister sorgen für eine verlässliche technische Basis, Lehrkräfte für die Vermittlung digitaler Kompetenzen, Eltern für die Begleitung im Alltag. Mit einem professionell betriebenen IT-Betrieb an Schulen und einer gezielten Förderung der Schüler:innen kann Deutschland den Anschluss an führende Bildungssysteme wie Dänemark oder Finnland aufholen.
Quellen
- tagesschau.de: Digitale Kompetenzen – 40 Prozent der Jugendlichen sind abgehängt – Einordnung der ICILS-Studie 2023 und ihrer zentralen Ergebnisse.
- Deutsches Schulportal: ICILS 2023 – 40 Prozent der Jugendlichen sind abgehängt – Interview mit Studienleiterin Birgit Eickelmann zu Ursachen und Handlungsfeldern.
Quellen abgerufen am 8. August 2026. Studienergebnisse und Empfehlungen können sich mit künftigen Erhebungen weiterentwickeln; dieser Beitrag ersetzt keine eigene bildungspolitische Bewertung für den Einzelfall.
